Lucidus-club, am Montag, 15. Dezember 2025 – Warum regieren uns überall die alten Säcke?
Wo sind die 40‑Jährigen?
Und warum regieren uns überall die alten Säcke?
Ein satirischer Blick auf die politische Gerontokratie Europas
Es ist ein Mysterium unserer Zeit: Während die Welt immer schneller wird, während Start-ups im Sekundentakt entstehen und wieder implodieren, während 19‑Jährige Kryptowährungen erfinden und 25‑Jährige sich als „Life Coaches“ bezeichnen, scheint die Politik in einem Paralleluniversum zu leben. Einem Paralleluniversum, in dem die Zeit ungefähr 1983 stehen geblieben ist – und in dem die Macht fest in den Händen jener liegt, die damals schon wussten, wie man ein Faxgerät bedient.
Die Frage drängt sich auf: Warum regieren uns überall die alten Säcke? Und noch wichtiger: Was machen eigentlich die 40‑Jährigen – die Generation, die angeblich mitten im Leben steht, aber politisch offenbar im Koma liegt?
Die Alten: Unkaputtbar wie Nokia-Handys
Man muss es ihnen lassen: Die ältere Generation hat Ausdauer. Während der Durchschnittsbürger mit 67 in den Ruhestand geht, beginnt für viele Politiker dieses Alter erst die Phase, in der sie „so richtig durchstarten“. Andere Menschen kaufen sich in diesem Alter ein E‑Bike. Politiker kaufen sich ein Land.
Sie sind wie diese alten, aber unverwüstlichen Diesel: laut, schwerfällig, aber sie laufen. Und laufen. Und laufen. Und wenn man denkt, jetzt ist aber wirklich Schluss, dann kommt noch eine Legislaturperiode hinterher – „nur zur Stabilität“.
Die 40‑Jährigen: Zu beschäftigt, um die Welt zu retten
Die 40‑Jährigen hingegen sind politisch ungefähr so präsent wie ein WLAN‑Signal im Keller.
Warum?
Weil sie gerade alles gleichzeitig machen müssen:
- Kinder erziehen („Papa, warum ist die Welt so kaputt?“ – „Frag Opa, der regiert sie.“)
- Karriere jonglieren („Ich würde gern kandidieren, aber ich habe um 17 Uhr ein Meeting.“)
- Hypotheken abbezahlen
- Burnout vermeiden
- und nebenbei versuchen, nicht komplett den Verstand zu verlieren.
Politik? Das klingt für viele 40‑Jährige ungefähr so attraktiv wie ein Wochenendseminar über Steuerrecht ohne Kaffee.
Die Jungen: Voll motiviert – aber bitte ohne Verantwortung
Die unter 30‑Jährigen wiederum sind hochpolitisch – aber eher im Modus „Instagram‑Story“ als „Gesetzesentwurf“.
Sie demonstrieren, sie organisieren, sie diskutieren – aber sobald jemand sagt:
„Dann geh doch in die Politik!“
kommt die Antwort:
„Äh… also… ich hab da Uni… und ein Praktikum… und außerdem ist das System eh kaputt.“
Warum bleiben dann die Alten übrig?
Weil sie Zeit haben. Weil sie Netzwerke haben. Weil sie keine Angst vor Talkshows haben. Weil sie nicht mehr versuchen müssen, cool zu wirken. Und weil sie seit Jahrzehnten in Parteistrukturen sitzen, die ungefähr so offen für neue Leute sind wie ein mittelalterlicher Burghof.
Kurz: Die Alten regieren, weil alle anderen etwas Besseres zu tun haben.
Die Lösung?
Vielleicht braucht es eine neue politische Bewegung: „Generation Mitte – Wir würden ja, wenn wir könnten.“
Mit dem Slogan: „Politik für Menschen, die eigentlich keine Zeit dafür haben.“
Oder wir akzeptieren einfach, dass die Welt von Menschen geführt wird, die schon in der Politik waren, als Telefone noch Wählscheiben hatten.

